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Rezension "The Way to find Love"

The Way to find love - Carolin Emrich 

 

Mit diesem Buch habe ich schon länger geliebäugelt, obwohl es eigentlich gar nicht "mein" Genre ist. Aber ich war mir sicher, dass Carolin Emrich gut schreiben kann, ich hatte die Leseprobe gelesen und wusste: Ich muss es mir kaufen.

Gleich vorweg: Es war gut, was ich getan habe. Das Buch hat mich voll überzegt und erhält die volle Punktzahl.

 

Da es ein Must-Read ist, gibt es hier einen Link zum Verlagsshop: Sternensandverlag

 

Cover

So schlicht es ist, so genial ist das Cover. Als ich es sah, wusste ich, das Buch will ich haben.

2 Punkte

 

Titel

 

Eigentlich mag ich englische Titel auf deutschen Büchern nicht so gerne, in diesem Fall handelt es sich aber um das Markenzeichen einer Reihe "The Way to …". Mir gefällt es. Und ich freue mich schon auf die nächsten Bände.

2 Punkte

 

Klappentext

 

Ich liebe Klappentexte, die mit einer kurzen Szene aus dem Buch beginnen. Hier vortrefflich gewählt. Die ersten Sätze haben gereicht, um mich zu überzeugen, dass ich das Buch lesen muss.

1 Punkt

 

Erste Abschnitte

 

Im Einstieg findet sich eine kurze Geschichte von Mareike, von ihrer Krankheit, wieder, sodass der Leser sie kennenlernen kann. Man schließt sie sofort ins Herz, ebenso Sebastian, was bemerkenswert ist aufgrund der langen Liste seiner Verfehlungen. Man spürt aber, dass ein guter Kern in ihm schlummert.

3 Punkte

 

Spannungsbogen

 

Es ist das Phänomen eines guten Liebesromans: So sehr viel Action gibt es nicht, aber der Autorin gelingt es hervorragend, ein Spannungsfeld so aufzubauen, dass man das Buch lieber nicht aus der Hand legen möchte und dass während der Lesepausen die Figuren und ihre zentralen Fragen ständig in meinem Kopf herumschwirren. Es ist eine ganz andere Geschichte, aber von der Art her würde ich es mit Jojo Moyes vergleichen.

5 Punkte

 

Handlungsverlauf

 

Zum Handlungsverlauf sage ich nicht viel, das muss man einfach lesen. Eigentlich ist Young Adult ein Genre, was ich nicht (mehr) lese. Zu verbraucht, zu abgedroschen, zu klischeehaft. Das, was zuhauf am Markt ist, ist für mich zumeist eines: Eine neue Form des Groschenromans, sorry. Oft schlecht geschrieben, schlecht konstruiert, künstliche Charaktere. "The Way to find Love" ist anders - das ganze Gegenteil. Ein junges Mädchen, hübsch, aber nicht sehr schlank, clever und freundlich, beobachtet einen jungen Burschen bei einem kleinen Ladendiebstahl. Sie zeigt ihn nicht an, sondern läuft ihm nach. Aus anfänglicher Neugier wird mit der Zeit Sympathie, doch beide verschweigen sich gegenseitig einen wichtigen Teil ihres Lebens: sie ihre Krankheit und er seine Vergangenheit. Die Autorin führt so geschickt und natürlich durch die Handlung, nichts erscheint zufällig, nichts erscheint konstruiert, dass man schnell vergisst, eine Erzählung zu lesen. So lebensnah, so authentisch, dass es die Biografie zweier junger Persönlichkeiten darstellt, und man vergisst, dass die beiden nur erfunden sind.

5 Punkte

 

Sprachstil

 

Die Sprache ist sehr jugendlich, locker und leicht, teilweise flapsig, was in Anbetracht der Zielgruppe und der auftretenden Charaktere sehr gut passt.

3 Punkte

 

Fehlerhäufigkeit

 

Das Buch ist gut korrigiert, mir sind keine Fehler aufgefallen.

2 Punkte

 

Charaktere

 

Das ganz große Können beweist die Autorin bei der Entwicklung ihrer Charaktere. Sie scheinen dem Leben direkt entstiegen. Nach wenigen Sätzen nur kann man die verschiedenen Figuren einordnen, sie stehen lebendig vor mir als Leser, und ein großartiges Kopfkino kann sich entwickeln. Auf Klischees wird komplett verzichtet. Der jugendliche "Badboy" kann einfach auch nur nett sein und lustig und ist deswegen gar kein schnöseliger Badboy, obwohl er einiges auf dem Kerbholz hat. Die "Prinzessin" ist nicht gerade schlank, aber ihre Schönheit spiegelt sich im liebenswerten Charakter wider. Es ist so angenehm, einen Jugendroman zu lesen, in dem die Teenager sich nicht wie zu groß geratene Kindergartenkinder verhalten, die blöde herumzicken, sondern als das, was sie sind: Junge Menschen an der Schwelle zum Erwachsenwerden. Mareike und Basti sind in ihrer Imperfektion die perfekten Helden, die sich ein jeder durch ihr eigenes Schicksal kämpfen müssen, die Mut beweisen, indem sie die Angst überwinden, sich in ihrer Unvollkommenheit zu zeigen. Sie sind perfekte Helden, weil sie sich ein Herz bewahrt haben trotz all ihrer Fehler und Schwächen.

3 Punkte

 

Fazit

 

Was soll ich sagen? Danke, Carolin Emrich, das war ein großartiges Lesevergnügen. Normalerweise mache ich um Young Adult einen großen Bogen aus genannten Gründen. Wenn es aber jemand versteht, seinen Charakteren echtes Leben einzuhauchen, Authentizität, wenn die Geschichte so schlüssig und spannend aufgebaut ist, wenn sich in der Tragik der Schickale zweier junger Menschen die kleinen Lebensweisheiten, das Leben selbst verbergen, dann ist das Buch nur eins: Ein absolutes Must-read.

26 von 26 Punkten

 

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