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Rezension "Rumini"

Rumini, Judit Berg (deutsche Ü.)

Das Buch habe ich bei einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen.

 

Cover

Ein wunderschön gezeichnetes Cover, sehr ausdrucksstark für die Geschichte.

2 Punkte

 

Titel

Da es um Rumini, den Mäusejungen geht, ist der Titel natürlich sehr passend.

2 Punkte

 

Klappentext

Der Klappentext ist ein Ausschnitt von der Geschichte, der uns wohl in das Geschehen einstimmt. Hätte ich aber durch die Lovelybooks-Leserunde nicht Näheres über das Buch erfahren (zum Beispiel, dass es um einen Mäusejungen geht), hätte ich das Buch aufgrund des Klappentexts eher nicht in die Hand genommen.

0 Punkte

 

Erste Abschnitte

Der Einstieg in Ruminis Geschichte erfolgt superspannend. Der Mäusejunge lebt auf der Straße und hat einen ständig leeren Bauch. Er beabsichtigt, sich Quassels Ganovenbande anzuschließen. Bei einem Überfall wird er erwischt, doch plötzlich taucht der freundliche Kapitän Bommel auf und behauptet, Rumini sei unschuldig und sein Schiffsjunge. Prompt findet sich Rumini an Bord eines großen Seglers wieder.

3 Punkte

 

Spannungsbogen

Der Spannungsbogen beginnt auf hohem Niveau. Es folgt Episode um Episode an Abenteuern, toll zum Vorlesen. Als Erwachsene nervt mich ein kleines bisschen, dass Rumini immer eine Idee kommt, und zwar sofort, und immer klappt alles genau so, wie er sich das überlegt. Ich hätte es toll gefunden, wenn er es einmal nur mithilfe seiner Kameraden geschafft hätte, das ließe etwas mehr Spannung. Mit der Zeit wirkt alles sehr vorhersagbar, und der pfiffige Mäusejunge Rumini mutiert mit der Zeit zum Wunderknaben. Mit der Zeit nervt er selbst meine Tochter ein wenig.

3 Punkte

 

Handlungsverlauf

Rumini schlägt sich auf der Straße durch, bis ihm der erfahrene Kapitän Bommel bei einem versuchten Diebstahl aus der Patsche hilft und ihn auf sein Schioff holt. Der vorlaute Mäuserich erweist sich als pfiffig und hilfreich für die ganze Mannschaft. Die vielen Abenteuer an Bord der Windkönigin reihen sich wie Episoden aneinander und machen aus der Geschichte ein tolles Vorlesebuch. Einzig die Vorhersehbarkeit der Handlungen (Rumini, der stets erfolgreiche Retter in der Not), schwächen die Geschichte doch ziemlich. Das ist ein wenig schade, weil es so für Kinder wenig Lehrreiches mitzunehmen gibt. Hingegen ist das Buch wundervoll illustriert, und dafür gibt es wieder einen Pluspunkt.

3 Punkte

 

Sprachstil

Der Sprachstil ist leider ein weiterer Minuspunkt. Sehr störend finde ich das dauernde Anwenden unpassender Verben in Zusammenhang mit wörtlicher Rede, Beispiel: "Danke, Käpt'n", schmunzelte er, anderes Beispiel: "Oder eher sorglos Kekse mampfen", grinste Rumini. Man kann Worte sagen oder schreien, rufen oder flüstern, alles okay. Aber wie soll man einen Satz winken, lachen oder seufzen können? Ich persönlich finde das eine schreckliche Unart, und meine Tochter hat beim Lesen darüber gelacht. Auch häufen sich zum Teil Adjektive in einer schier unüberschaubaren Anzahl, was mitunter das Laut-Vorlesen (und für Kinder von 6/7 Jahren eignet sich das Buch wohl vornehmlich zum Vorgelesenwerden)teils sehr hakelig macht.

Abgesehen von den sprachlichen Schwächen finden sich doch ein paar Fehler im Buch, allerdings in überschaubarer Anzahl. Über einige sehr ungewöhnliche Worte, die wohl von der Übersetzung herrühren müssen, bin ich gestolpert, zum Beispiel das konsequente Verwenden von "binden" statt "fesseln". Möglicherweise in anderen Gegenden gebräuchlich, verwende ich es so eigentlich nie und fand es gewöhnungsbedürftig.

1 Punkt

 

Charaktere

Rumini ist ein vorlauter Frechdachs, mutig, beinahe verwegen und ebenso pfiffig. Er ist schlauer als alle anderen Matrosen und selbst als der Kapitän, und das macht es fast ein wenig schwer, an ihn zu glauben. Nie ist er mutlos, nie muss er erst einmal in sich gehen, und das finde ich ein bisschen schade, obwohl er sonst wirklich süß ist, weil ein Kind sich ihn kaum zum Vorbild nehmen kann. Er ist einfach zu "perfekt". Nie begeht er einen Fehler, nie irrt er sich, stets weiß er eine Lösung. Mir hätte es besser gefallen, wenn er auch einmal einen Fehlversuch gehabt hätte, erst mal hätte grübeln müssen oder die Hilfe der anderen benötigt hätte. Außer ganz zu Beginn und ganz am Schluss des Buches passiert das aber nie, und so fällt es schwer, sich mit ihm zu identifizieren.

1 Punkt

 

Fazit

Ein süßes Kinderbuch mit in Episodenform aneinandergereihten Abenteuern. Toll zum Vorlesen, zum daraus Lernen sehe ich allerdings weniger Potential. Nette Unterhaltung, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Illustrationen sind allerdings sensationell, auch wenn sie im Buch leider nur in Graustufen abgebildet sind.

16 von 26 Punkten

 

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