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Rezension "Prophezeiungen für Jedermann"

 

 Prophezeiungen für Jedermann - Nicole Gozdek

 

Cover

 Das Cover gefällt mir sehr gut mit der scherenschnittartigen Figur über der Stadtsilhouette. Die Farben - braun, orange, gold - mit den Lichtsprenkeln passen sehr gut zum Thema Fantasy.

 2 Punkte

 

Titel

 Der Titel wirkt auf den ersten Blick fast ein bisschen sperrig, aber mir gefällt er sehr gut. Er spricht mich persönlich an und macht mich neugierig: Was mag hinter den Prophezeiungen für Jedermann stecken?

 2 Punkte

 

Klappentext

 Der Klappentext macht neugierig und verrät nicht zu viel, doch man fragt sich sofort, in welche Schwierigkeiten Zacharias geraten mag.

 1 Punkt

 

Erste Abschnitte

 Schon mit den ersten Sätzen verrät die Autorin, wie die Welt von Zacharias aussieht: Alles ist bis ins Kleinste geplant und geordnet, eine Welt, in die der Held nicht hineinpasst, so viel Mühe er sich auch geben mag. Ein toller Einstieg, man ist sofort drin!

3 Punkte

 

Spannungsbogen

Die Geschichte ist mehr als nur ein Fantasyabenteuer. Die Autorin spannt gekonnt den Spannungsbogen auf, man lebt und zittert mit dem Helden, der kein rechter Held zu sein glaubt, man leidet und ängstigt sich mit ihm, um auf viele große Fragen zu stoßen und am Ende überraschende Antworten zu erhalten.

5 Punkte

 

Handlungsverlauf

Zacharias' Leben ist eigentlich perfekt vorgeplant. Seine Freundin Hilde hat alles bis ins Detail organisiert, von seinem Praktikumsplatz zum bevorstehenden Studium bis hin zu ihrer gemeinsamen Zukunft. Die ganze Welt der Menschen ist wohlgeordnet, Hilde repräsentiert diesen Wunsch einer von Überraschungen freien Ordnung perfekt. Um jedoch dieses empfindliche Gleichgewicht zu halten, müssen die Menschen die natürlich vorkommende Magie kanalisieren, indem regelmäßig ausgewählte Personen sogenannte Prophezeiungen für Jedermann, also kleine Aufgaben in Form von Questen, erfüllen müssen. Zacharias stößt bald auf Schwierigkeiten in der Erledigung seiner eigentlich einfach erscheinenden Queste, und bald steht seine Welt, wie er sie kennt, auf dem Kopf.

5 Punkte

 

Sprachstil

Wie von der Autorin nicht anders gewohnt, ist der Roman in einer perfekt gelungenen Sprache erzählt, die Spaß beim Lesen macht, die eingängig und leicht verständlich ist, aber niemals platt oder langweilig. Große Erzählkunst.

3 Punkte

 

Fehlerhäufigkeit

Keine Fehler gefunden

2 Punkte

 

Charaktere

Das Besondere an diesem Buch sind die Charaktere. Hilde mag etwas überzeichnet erscheinen, aber in ihrer Rolle präsentiert sie perfekt die Welt, wie Zacharias sie bislang kannte. Zacharias selbst ist eine sehr gelungene Figur zur Identifikation - ein bisschen ein Held wider Willen, voll von teils irrationalen Ängsten, die er nach und nach überdenkt und abbaut. Somit ist dieses Buch nicht nur eine Fantasy-Geschichte, sondern ein äußerst interessanter Entwicklungsroman mit einem äußerst menschlichen, sympathischen Protagonisten.

3 Punkte

 

Fazit

Die Vielschichtigkeit macht den Reiz dieses Romans aus. Es geht nicht nur um Prophezeiungen, es geht nicht nur um Magie. Es geht um den magischen Moment in unserem eigenen, menschlichen Handeln, es geht um Güte, um die Überwindung eigener, innerer Mauern. In diesem Buch erlebt man, wie ein Weltbild sich radikal ändern kann, und aus der Angst vor der Veränderung wird die freudige Überraschung der Entdeckung ganz neuer Welten, wenn man sich traut, über den eigenen Tellerrand nicht nur zu blicken, sondern auch zu denken. In diesem spannenden Abenteuer stecken viel Weisheit und Güte, absolutes Lesevergnügen auf mehreren Ebenen ist garantiert.

26 von 26 Punkten

 

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