Pressemeldungen

03.05.2017 - Memminger Kurier

Magische Welten in Wort und Ton
Autorin Irene Li Krauß trifft Saxophonist Christian Segmehl
Leutkirch – Ein kleiner Junge stand im Mittelpunkt der Lesung, zu der Daniela Schulte, Inhaberin der Buchhandlung Kappler, am vergangenen Dienstag geladen hatte. Es handelt sich dabei um einen ganz besonderen Jungen. Denn sobald der Vollmond sich zeigt, wird aus ihm eine kleine Maus. Irene Li Krauß ist die Autorin des Fantasyromans „Kalli Wermaus - Das goldene Kalb“, der in Auszügen an diesem Abend in Leutkirch zu hören war. Rund 20 Personen waren der Einladung zur Lesung gefolgt - und wurden Zeugen eines ungewöhnlichen Arrangements.

Denn neben einzelner Sequenzen aus dem Roman, von Irene Li Krauß in vielerlei Klangfarbe vorgetragen, erzählte das virtuose Spiel des Saxophonisten Christian Segmehls zwischen den gelesenen Abschnitten eine ganz eigene Geschichte. Was Segmehl seinem Instrument dabei entlocken kann, ist großes Kino. Er klopft, streicht, liebkost sein Saxophon, lässt Töne knallen, knattern und schwingen. Den Zuhörern blieb die vergnügliche Wahl, in seinen musikalischen Beiträgen ganz eigene Kapitel zwischen denen der Autorin Krauß zu entdecken - oder sie als deren auditive Verbindung zu genießen. Diese charmante Idee sollte aufgehen: Obwohl mit Christian Segmehl ein Musiker von Weltformat auf der Bühne stand, stellte er zu keiner Zeit eine Konkurrenz für Irene Li Krauß dar. Auch sie überzeugte durch eine starke Präsenz und stimmliche Finesse, mit der sie ihren Protagonisten aus dem Buch Leben einhauchte.

Das Duo Krauß/Segmehl sollte die zweite Veranstaltung dieser Art darstellen, zu der Daniela Schulte in ihre Buchhandlung in der Marktstraße eingeladen hatte. Damit möchte die gelernte Buchhändlerin lokalen Autoren eine Plattform bieten; die aus Altmannshofen stammende Autorin Irene Li Krauß passt da perfekt ins Konzept. […] (rp)

27.04.2017 - Schwäbische Zeitung

Von Mäusen und Märchen
Irene Li Krauß und Christian Segmehl in der Buchhandlung Kappler
Leutkirch/ rs – Wo landet man, wenn man im walisischen Flecken Aberystwyth auf die Welt gekommen ist, einen Teil der Kindheit in Addis Abeba verbracht hat und neben im Brotberuf Architektin als Nebenerwerbszweig Bücher schreibt? In Altmannshofen.

Was sich schräg anhört, ist für Irene Li Krauß schiere Realität, weshalb die vielseitige Dame nun ihr drittes Buch herausgebracht hat - "Kalli Wermaus - das goldene Kalb", welches sie am Dienstagabend einer zahlreichen und ausgesprochen interessierten Zuhörerschar in der Buchhandlung Kappler vorstellte. Christian Segmehl, überregional bekannter und geschätzter Meister am Saxophon, begleitete die Autorin überaus einfühlsam und überaus passend, was insofern sicherlich nicht ganz einfach war, alldieweil es sich bei Kalli Wermaus um die Geschichte eines Knaben handelt, der von einem wundermächtigen Nager gebissen wird und fortan in Vollmondnächten zur Wermaus mutiert.

Das hört sich phantastisch an - und das ist es auch. Es spricht für die Finesse der Autorin, dass die Zuhörerschar im Gewirr der goldenen Kälber und anderer Fabelwesen nicht den roten Faden verliert und gebannt zuhört. Manches schrammt haarscharf an Plattitüden vorbei ("Wäre es nicht schön, wenn wir alle Freunde wären"), doch der gesamte Kontext ist handwerklich fein sauber gestrickt, mit großem Wissen angereichert - so kriegen auch die zwei Raben des nordischen Gottvaters Odin ihren Platz, Hugin (der Voraussehende) und Munin (der Rückblickende) - und der Spannungsbogen reißt nicht ab.

Ob die Wermaus Kalli und ihre Begleiterin nun das goldene Kalb finden, ob alle Irrungen und Wirrungen sich letztendlich auflösen, das wird natürlich nicht verraten. Ein paar philosophische Erkenntnisse würzen den Fantasyroman doch und tun ihm gut: "So ist das mit dem Tod. Den letzten Schritt macht man immer allein."

Christian Segmehl würzte die Lesung mit ausgesprochen abwechslungsreichen Melodien, und dass gegen Ende auch Dave Brubecks "Take Five" nicht fehlen durfte, rundete den gelungenen Abend vollends ab. "Die wahren Abenteuer sind im Kopf" dichtete einst der Wiener Wortakrobat André Heller. So eine Lesung wie am Dienstag lieferte den Beweis, dass die wahren Abenteuer nicht nur im Kopf, sondern auch im Ohr erlebt werden können.


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Fotos: (c) Marianne Krauß