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Rezension "Caitlynn"

Caitlynn - Vollstrecker der Königin von Angelika Diem

Das Buch habe ich bei einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen.

Cover

Das Cover spricht mich persönlich nicht so sehr an, ist aber durchaus passend.

1 Punkt

 

Titel

"Caitlynn -  Vollstrecker der Königin" zeigt in wenigen Worten, was auf den Leser zukommt. Gut gewählt.  

2 Punkte

 

Klappentext

Ein stimmiger Klappentext, der auf den Inhalt des Buchs gut vorbereitet.

1 Punkt

 

Erste Abschnitte

Die Geschichte beginnt sofort mit einem ziemlichen Knaller. In dem kurzen Abschnitt erfahren wir, wer Caitlynn ist und wie ihr Verhältnis zu ihrem Vater aussieht und was das für ein Mensch ist. Ein ziemlich brutaler. Caitlynn hat keine leichte Kindheit.

3 Punkte

 

Spannungsbogen

Die Spannung steigt sofort auf ein hohes Niveau, und die Geschichte entpuppt sich als ein Buch, das man kaum aus der Hand legen mag.

5 Punkte

 

Handlungsverlauf

Caitlynn kommt nach einer nicht einfachen Kindheit in einem Adelshaus zu ihrer Großmutter, die in der Familie eher totgeschwiegen wurde. Melana, die Großmutter, erweist sich als gütige, gerechte aber durchaus auch strenge Frau und ist eine versierte Heilerin. Caitlynn beginnt bei ihr eine Ausbildung als Heilerin und scheint ihren Berufswunsch eines Vollstreckers darüber zu vergessen. Sehr gelungen ist die umfassende Gestaltung einer fremden, mittelalterlich anmutenden Welt. Details über Gesellschaftsform, Berufsständewesen bis hin zur Religion (Anbetung einer "Allmächtigen") sind bis ins Kleinste schlüssig ausgearbeitet. Nie verrät die Autorin zu viel, hinterlässt immer wieder kleine Rätsel und Fragen, die sich im Fortgang des Buchs lösen oder andeuten. Gekonnt ausgearbeitet bei sprachlicher Raffinesse - ein Lesevergnügen ist garantiert.

5 Punkte

 

Sprachstil

Angelika Diems Sprache gefällt mir sehr gut. Es liest sich hervorragend, die eingeflochtenen Bilder, die Art zu erzählen liegt mir sehr und lassen mich in die Geschichte eintauchen. Poetisch, ohne verschnörkelt zu sein, sehr angenehm.
3 Punkte

 

Fehlerhäufigkeit

Hier kommt mein einziger Kritikpunkt, den ich sehr bedaure, denn die Autorin hat eigentlich alles richtig gemacht, und das Korrektorat  - tut mir leid - hat gepatzt. Auf beinahe jeder Seite finden sich Fehler, falsche Worte ("ihn" statt "in"), fehlende Worte (aus dem Satzusammenhang erkennbar), unzählige Kommafehler. Das ist sehr, sehr schade, und ich würde es dem Buch wünschen, dass der Verlag bei einer Neuauflage noch einmal in ein Korrektorat investiert.

0 Punkte

 

Charaktere

Die  Autorin skizziert die Charaktere behutsam und facettenreich, betreibt keine Schwarz-Weiß-Malerei. Caitlynn zeigt eine sehr beeindruckende Entwicklung, viele Dinge bleiben in ihrer Andeutung viel anhaftender (die keimende Liebe zu Alban), mehr Worte hätten dieses feine Netz nur zerstört. Es macht großen Spaß, die Charaktere zu begleiten. Selbst Nebencharaktere entwicklen sich durch ihr Verhalten, ihr Auftreten im Buch fein und schlüssig.

3 Punkte

 

Fazit

Anfangs war ich skeptisch, ob mir die Geschichte wirklich zusagt, obwohl mich die Beschreibung neugierig gemacht hat, denn leider gibt es zu viele negative Beispiele aus dem Bereich Fantasy, die mit Klischees und Stereotypen arbeiten. Hier aber ist der Autorin wirklich eine spannende Geschichte gelungen. Gekonnt wird hier die Welt von Caitlynn mit zarter Feder gezeichnet, ein mittelalterlich anmutendes Ambiente. Die Magie spinnt sich fein durch die Seiten, kein plumpes "Hoppla - ich habe plötzlich magische Kräfte", was ich an vielen anderen Büchern so wenig mag. Die Welt ist in sich plausibel und detailliert es macht Spaß, sich hier hineinzudenken, sie ist elegant erdacht, vielleicht nicht so großartig wie Tolkien, aber doch so schlüssig und realistisch, dass man das Gefühl hat, irgendwo müsse sie doch wirklich existieren. Ein Buch, das Spaß macht, ein großartiges Leseerlebnis auch für diejenigen, die sich weniger zur klassischen Zielgruppe zählen würden.

23 von 26 Punkten

 

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