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Buchkunst

1000 Jahre mittelalterliche Buchkunst

Per Zufall habe ich die Ankündigung einer Ausstellung in der Bibliothek im Klosterhof von Rot an der Rot entdeckt und konnte glücklicherweise den dazugehörigen Vortrag von Dr. Specker besuchen.

 

Zu sehen waren etliche Faksimile, also täuschend echte Nachbildungen von mittelalterlichen Bücher, in denen sogar geblättert werden durfte. Die alte Schrift, handgeschriebene Minuskeln in lateinischer oder niederdeutscher Sprache, die dazugehörigen fantastischen Illustrationen, die genaue Nachbildung der alten Pergamente - inklusive handgeschnittenem Rand und gelegentlichen kleineren Löchern in den Bögen - versetzten mich augenblicklich in eine Welt mittelalterlicher Weisheiten.

 

Interessant waren die Themen - so gab es eine Tier-Enzyklopädie, in der neben einer Auflistung der land-, wasser- und luftbewohnenden Geschöpfe auch fantastische Wesen aufgeführt waren wie Einhörner oder Meerjungfrauen. Der berühmte Sachsenspiegel war zu sehen, eines der wichtigsten Rechtsbücher des Mittelalters, eine Biografie Karls des Großen sowie zahlreiche sakrale Werke wie das berühmte Book of Kells. Spannend war auch, dass es durchaus auch recht profane Themen gab wie eine Übersicht über die Charakteristika der Sternzeichen oder Tierfabeln.

 

Insgesamt war es eindrücklich, welche Bedeutung einst Bücher gehabt haben, wie wertvoll sie waren - nur die Reichsten konnten sich die Schreiber und Illustratoren leisten - und welch Errungenschaft für die Menschheit Johannes Gutenberg erbracht hat.

Man kann ihm gar nicht genug danken, dass wir dank seiner Erfindung schon seit Jahrhunderten günstig an Bücher kommen, die nicht nur einen breiten Weg zur Bildung bereiten, sondern auch Unterhaltung, Trost, Eintauchen in fremde Welten und eine Entfaltung der Fantasie.

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