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Rezension zu "Als der Himmel uns gehörte" von Charlotte Roth

Als der Himmel und gehörte - Charlotte Roth

 

Dieses Buch habe ich im Rahmen der Aktion "Bücher statt Boote" von der Flüchtlingshilfe für Syrien/ Autoren helfen zugeschickt bekommen. Lange lag es in meinem Bücherregal herum, doch einmal aufgeschlagen, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Berührend!

 

Cover

Ein wunderbares Cover aus teilweise alten Fotos zusammengestellt, sehr gelungen.

2 Punkte

 

Titel

Der Titel passt perfekt zum Inhalt des Buches und macht neugierig.

2 Punkte

 

Klappentext

Ein Zitat und ein kurzer Pitch locken, können aber nur schwer wiedergeben, wie bunt und reich diese Erzählung ist.

1 Punkt

 

Erste Abschnitte

Die ersten Seiten beginnen mit der Geschichte im Jahr 2011 und der Langstreckenläuferin Jennifer. Beim Laufen im Park begegnete sie einem mysteriösen Mann, der nicht nur sie zu kennen scheint, sondern auch ihre Urgroßmutter Alberta, und er weiß vieles aus deren Vergangenheit, von dem Jennifer keine Ahnung hatte. Das Buch beginnt sehr spannend in einer etwas unheimlichen Stimmung und reißt einen sofort mit.

3 Punkte

 

Spannungsbogen

Dieses Buch, das immerhin um die 600 kleingedruckte Seiten aufweist, habe ich in zwei Tagen verschlungen. Der Spannungsbogen baut sich schnell auf und wird stetig durchgehalten. Fantastisch gemacht.

5 Punkte

 

Handlungsverlauf

Jennifer ist eine begabte Langstreckenläuferin, doch immer wieder scheitert sie bei den Wettbewerben an ihren Nerven. Der Ire Gregory, der sich heimlich in sie verliebt hat, erbietet sich als ihr Trainer. Anfangs zögert Jennifer, doch schließlich lässt sie sich auf das Abenteuer ein, obwohl sie anfangs kaum etwas über ihn weiß. Sie beginnt nicht nur über sein Leben, sondern vor allem über das Leben ihrer Urgroßmutter zur Zeit der Nazis äußerst interessante Dinge herauszufinden.

Atemberaubend und fesselnd führt die Autorin durch die Wirren der Zeit, durch olympische Spiele, durch Liebestragödien.

5 Punkte

 

Sprachstil

Ein wahrer Genuss, dieses Buch zu lesen. Der Sprachstil ist sehr angenehm zu lesen und von einer sprachlichen Perfektion, hier steht jedes Wort an der richtigen Stelle.

3 Punkte

 

Fehlerhäufigkeit

Hervorragend korrigiertes Buch, mir sind keine Fehler aufgefallen.

2 Punkte

 

Charaktere

Der Leser hat das große Vergnügen, die Entwicklung nicht nur eines Charakters zu erleben, sondern gleich mehrerer. Jennifer und Alberta sind unangefochten die Hauptfiguren, dennoch berühren auch die Schicksale vieler anderer. Die Autorin versteht es hervorragend, Entwicklungen im Nazireich aufzuzeigen, die in extreme Situationen münden, aber letztlich nur dem Versuch geschuldet sind, die eigene Haut oder die der Liebsten zu retten. Ganz leicht, ohne Zeigefinger, ohne Schuldzuweisung gibt sie ein Bild der Zeit wieder, das dennoch die erschreckendsten Bilder nicht auslässt, das Einzelschicksale aufzeigt und dadurch einen gewissen gesellschaftlichen Querschnitt wiederspiegelt.

3 Punkte

 

Fazit

Es ist kein Roman, es ist ein bunter Teppich aus Erzählungen, eine Familien-Saga, ein historischer Roman über den olympischen Sport, über die Nazizeit, über Judenverfolgung und den zweiten Weltkrieg. Ein Schicksalsroman über zwei junge Frauen in unterschiedlichen Zeiten, ein Liebesroman und ein Abenteuerroman. Sogar ein Pferderoman. Alles in einem. Einfach toll. Absolut lesenswert.

26 von 26 Punkten

 

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